Kommunalpolitische Kolumne

 

Freibad, wohin gehst du? Diese Frage, im März 2012 gestellt, stellt sich heute nicht mehr.

Im Frühjahr 2012 wurde die Entscheidung für ein Freibad mit biologischer Wasseraufbereitung getroffen, die alle Elemente eines Freibades für Alt und Jung, für Sportschwimmer, sowie für die ganze Familie enthalten wird.

Wenn man die aktuellen Unterlagen, der in der letzten Gemeinderatsitzung verabschiedeten Entwurfsplanung betrachtet, so muss man zu dem Ergebnis kommen, dass sich die vielen Beratungen, auch kritisches Hinterfragen, gelohnt haben. Herrenberg erhält einen „in Baden-Württemberg einmaligen biologischen Wasserpark“, dem Zitat aus der Verwaltungsvorlage kann ich voll zustimmen.

Die Attraktivität von Herrenberg, sowohl für uns Einwohner als auch für auswärtige Besucher wird mit dem neuen Freibad mit Sicherheit deutlich erhöht.

Das neue Freibad stellt für Herrenberg eine große Investition mit Folgekosten dar und ist finanziell eine echte Herausforderung. Um den Kostenrahmen einzuhalten ist nun auf eine zeitnahe Realisierung zu achten und eventuellen Änderungs- oder Erweiterungswünschen mit größter Vorsicht zu begegnen. Denn in „Großprojekten“ führen eben diese Änderungen zu den bekannten Kostenexplosionen.

Neben allen berechtigten Freuden und eventueller Kritik zum neuen Freibad und dessen zukünftigem Badespaß muss man betonen, dass das neue Freibad auch eine städtebaulich einmalige Change darstellt.

Das alte Freibadgelände bietet nun durch dessen Verfügbarkeit Möglichkeiten für modernen Wohnungsbau in der Kernstadt, für Grünflächenentwicklung und für Verkehrslösungen zur Entlastung vom Verkehrsknotenpunkt Reinhold-Schick-Platz.

Speziell in Verbindung mit anderen städtebaulichen Entwicklungsflächen wie Seeländer (altes Bauhofgelände), altes Stabi-Gelände am Bahnhof, BayWa-Gelände, geplantes Baugebiet Zwerchweg oder dem Gelände neben der Volksbank darf dabei jedoch der Überblick für die Stadtentwicklung insgesamt nicht verloren gehen. Wenn wir hier innovative, bürgernahe und wirtschaftlich vertretbare Lösungen finden, kann dies ein Quantensprung für die weitere Herrenberger Stadtentwicklung darstellen.

Die neue Frage lautet: Herrenberg, quo vadis?

Der Entscheidungsprozess für das neue Freibad hat gezeigt, dass man ideologiefrei, sachbezogen und in einem offenen Meinungsaustausch zu qualitativen, konsensfähigen, auf Herrenberg spezifische und am Bürgerwohl orientierte Lösungen kommen kann.

Ich wünsche mir und hoffe, dass dies auch für oben beschriebene städtebauliche Aufgaben sowohl im bestehenden als auch im neuen Gemeinderat, nach den Kommunalwahlen im Frühjahr 2014, möglich sein wird.

Die Herausforderungen und Chancen sind da, nutzen wir sie für eine mit wirtschaftlichem Augenmaß und nachhaltigen Konzepten gemeinsam zu findende Lösungen.

Eugen Schuker

Stadtrat der Freien Wähler Herrenberg


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