Holzapfel AbschiedHerrenberg: Dieter Holzapfel gestern Abend von Oberbürgermeister Thomas Sprißler geehrt

Abschied nach 24 Jahren im Gemeinderat

Von Jochen Stumpf

Über mehr als 20 Jahre habe Holzapfel geprägt und entscheidend mitgestaltet,

sagte der OB. In wenigen kurzen Worten lasse sich nicht gebührend ausdrücken,

was der 66-Jährige für diese Stadt geleistet habe. „Wer Sie kennt, weiß, dass Sie

diese Jahre gefüllt haben mit beharrlichem Einsatz für Ihre politischen Ziele, mit geduldigem

Eintreten für Ihre Überzeugungen“, meinte Sprißler. „Sie haben viel Zeit

und großes Engagement in dieses Ehrenamt gesteckt und dafür gebühren Ihnen

großer Dank und Anerkennung.“

1989 hatte sich Holzapfel entschlossen, in die Politik zu gehen. Der Sprung ins

Stadtparlament gelang auf Anhieb, in der zweiten Amtszeit avancierte er zum Vize,

um nur eine Wahlperiode später den Vorsitz in der Fraktion zu übernehmen. „Als

Stimmenkönig sind Sie schließlich in die aktuelle Amtszeit gestartet, die Sie zu Ihrer

letzten bestimmt haben“, sagte Sprißler.

Offen für neue Ideen Holzapfel genieße allerhöchsten Respekt.

„Der Erfolg der Freien Wähler in dieser Stadt ist zu großen Teilen auch Ihr Ver-

dienst“, sagte der OB. Angestoßen durch die konträren Debatten um den Schlossbergtunnel,

bildete sich unter Holzapfels Vorsitz der Stadtverband der Freien Wähler

und öffnete sich für neue Ideen. „In Ihren 24 Jahren als Stadtrat haben Sie Ihre

Schaffenskraft, Ihr Wissen und Ihre Erfahrung zum Wohl der Stadt Herrenberg eingesetzt,

viele wichtige Entscheidungen mitgetragen und entscheidende Weichen

für die Entwicklungen Herrenbergs gestellt“, sagte Sprißler. In Holzapfels Zeit

fielen wichtige Projekte wie die Nordumfahrung, Erweiterung von Schulen und

Sporthallen oder die Verlegung der Stadtwerke. Den Stadtentwicklungsprozess

Herrenberg 2020 mit großer Bürgerbeteiligung habe er begleitet und einen äußerst

ehrgeizigen Aufgabenkatalog mit auf den Weg gebracht. „Sie waren über die Jahre

beteiligt an der Entwicklung neuer Baugebiete und der Erschließung neuer Gewerbeflächen.

Die Reaktivierung der Ammertalbahn, der S-Bahn-Anschluss und die Neugestaltung des Bahnhofsbereichs fallen ebenfalls in Ihre Amtszeit.“

Eine offene Art Holzapfel habe „in all diesen Jahren eine offene Art der Auseinandersetzung kultiviert

und stets engagiert nach tragfähigen Kompromissen gesucht“. „Sie waren nie

ein Mann des kategorischen Nein, stattdessen haben Sie neue Wege gesucht, wichtige

Entwicklungen im Konsens voranzubringen“, sagte Sprißler. In Zeiten knapper

Kassen habe Holzapfel Zurückhaltung bei der Ausgabenpolitik angemahnt und dabei

stets die Verantwortung vor den kommenden Generationen im Blick behalten. „Im

Gemeinderat habe ich Sie als sachlichen und geradlinigen Politiker erlebt und als

einen, mit dem es sich vortrefflich über Sachfragen diskutieren lässt“, erklärte der

OB. „Wegbegleiter beschreiben Sie als entspannten und gelassenen Zeitgenossen, der

sein Temperament erst hinter verschlossenen Türen offenbart und den geballten

Frust aus manch hitziger Debatte erst daheim am Sandsack auslässt.“ Herrenberg

verliere einen anerkannten und geschätzten Stadtrat, der sich für die Belange der

Menschen in dieser Stadt starkgemacht hat.

Gäubote 19. Juni 2013


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