Haushalt 2013

Grünflächenplanung für die Kernstadt

Beschlussantrag

  1. Aufbauend auf den Ergebnissen des städtebaulichen Wettbewerbs erfolgt eine Grünflächenplanung für die gesamte Kernstadt Herrenberg inklusive einer Vernetzung mit den Freiflächen am Ortsrand.
  2. Bestehende Pläne und insbesondere die Ergebnisse des Wettbewerbssiegers (Schrölkamp Architekten und Freiräumer) dienen dazu als Grundlage.
  3. Im Rahmen der Planung wird geprüft ob innerstädtische Flächen für eine gartenbauliche Nutzung (Urbaner Gartenbau, Urban gardening) temporär oder dauerhaft zur Verfügung gestellt werden können.
  4. Die Finanzierung erfolgt über vorhandene Mittel des Stadtplanungsamtes.

Begründung

Eine vernetzte Grünflächenplanung ist ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Durch den städtebaulichen Wettbewerb wurden hierzu insbesondere durch den 1. Preisträger (Schrölkamp Architekten und Freiräumer) wichtige Impulse in die Diskussion eingebracht. Die Planungen beschränken sich allerdings auf das Wettbewerbsgebiet und sind nicht mit bestehenden Grünflächen in der Kernstadt und die Außenbereiche vernetzt. Vorliegende Planungen aus der Vergangenheit entsprechen nicht mehr den aktuellen Zielen der Stadtentwicklung.

Durch die anstehende städtebauliche Neuordnung in der Kernstadt bieten sich vielfältige Möglichkeiten für eine vernetzte Grünplanung. Weitere laufende Projekte wie der geplante Bau eines Freibades, eine mögliche Großspielanlage, der Erlebnisraum Schlossberg-Alter Rain mit dem Skulpturenpfad, die geplante Wohnbebauung im Zwerchweg und die Überlegungen zu einer Neuordnung des Verkehrs in der Kernstadt eröffnen eine historische Chance Grünbereiche innerhalb der Stadt und der angrenzenden Freiflächen zu vernetzen. Hierzu scheint es sinnvoll, diese Planungen parallel zu den Überlegungen zur Verkehrsentlastung und der städtebaulichen Entwicklung innerhalb des Wettbewerbsgebietes zu entwickeln. Grünflächenplanung darf sich nicht auf die Gestaltung von Restflächen der Stadtentwicklung beschränken sondern sollte genauso wie die Verkehrsplanung ein zentraler Bestandteil darstellen. Als zentrale Elemente in der Stadt Herrenberg würden sich die Fläche des bisherigen Freibades und der Ottosche Garten, wie dies auch der 1. Preisträger des städtebaulichen Wettbewerbs dargestellt hat, eignen. Durch diese Vorgehensweise besteht auch keine Konkurrenz zur geplanten Ansiedlung von Einzelhandelsflächen auf dem ehemaligen Bauhofareal und eine Einbindung dieser Fläche in ein Gesamtkonzept wäre gewährleistet.

Ein weiterer positiver Aspekt für eine Grünflächenentwicklung in Herrenberg sind die hochwertigen Freiflächen in direkter Ortslage. Der Schlossberg, die Ammerquellen, die Streuobstwiesen des Schönbuchs oder das Gutleuthaustal sind attraktive Flächen für die Naherholung der Bevölkerung. Leider besteht häufig kein attraktiver Übergang zwischen dem städtischen Raum und den Freiflächen.

Ein anderer Aspekt sind innerstädtische Grünflächen die gärtnerisch durch Privatpersonen genutzt werden. Dieser Trend, auch als „Urban Gardening“ bezeichnet, erhöht zum einen die Lebensqualität in der Stadt, bietet ökologische Nischen und entspricht dem Leitbild der Mitmachstadt Herrenberg. Hierzu könnten dauerhaft Flächen aber auch temporäre Brachen der Bevölkerung zur gärtnerischen Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Erfolgreiche Beispiele bestehen zum Beispiel in Berlin, Freiburg oder in Stuttgart im Bereich der Wagenhallen.

Es erscheint sinnvoll, dieses Konzept mit dem Landschaftsarchitekten des 1. Preises, Freiräumer Nikolai Koehler, zu entwickeln.

Dieser Antrag deckt sich mit dem Leitbild 2020 und den darin definierten Zielen aus den Handlungsfeldern „Stadtbildpflege und öffentlicher Raum“, „Landschaft und Naturschutz“ und „Naherholung und Tourismus“. Das Impulsprojekt „Strategisches Nutzungskonzept für die innerstädtischen Frei- und Grünflächen“ (Kap. 5,5. P2) wird damit umgesetzt. In die Planungen könnte auch das Impulsprojekt aus dem Bereich Naherholung und Tourismus, die Schaffung eines Rundwanderweges (Circle Line, Kap. 5.8. P1) integriert werden. Dieser Weg sollte mit den Routen des „Streuobsterlebnis Herrenberg“ vernetzt werden.

Für die Fraktion FW Herrenberg:

gez. Thomas Deines


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