Thomas Deines

Wie müssen wir unsere Stadt gestalten, damit diese für die Zukunft gut aufgestellt ist? Geänderte Lebensentwürfe, der demografische Wandel oder Veränderungen im Arbeitsalltag haben große Auswirkungen. Dies erleben wir an sehr vielen Stellen und müssen darauf gemeinsam Antworten finden. In Herrenberg haben wir diesen Prozess unter dem Schlagwort „Herrenberg 2020“ zusammengefasst. Das vergangene Jahr hat uns auf diesem Weg einen großen Schritt vorangebracht. Zum Thema Bildung wurde ein breit angelegter Beteiligungsprozess gestartet, die Kleinkindbetreuung mit der Einrichtung neuer Gruppen und dem Bau neuer Kindertagesstätten voran gebracht oder Schulgebäude zeitgemäß modernisiert. Dies sind Bereiche die mir spontan zu diesem Thema einfallen. Es sind aber auch andere, weniger auffällige Bereiche: wie sieht die Feuerwehr 2020 aus, welche Bestattungsformen brauchen wir in den kommenden Jahren?

Für alle diese Bereiche gibt es keine einfachen Antworten. Weder Oberbürgermeister, noch Verwaltung, Gemeinderat oder externe Experten sind in der Lage hierzu fertige Konzepte auf den Tisch zu legen. Viel sinnvoller ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern nach Lösungen zu suchen. Es ist aus meiner Sicht einer der größten Erfolge der letzten Jahre, dass dies in Herrenberg inzwischen so gut funktioniert und dabei sehr gute Lösungen erarbeitet wurden. Die leidenschaftliche Diskussion um die Gestaltung des neuen Freibades zeigte dies deutlich. Die aktuelle Planung, die gemeinsam entstanden ist, passt zu Herrenberg.

Das dieser Weg aber nicht nur bei angenehmen Themen wie dem Freibad begangen wird, wird am Beispiel der Bauleitplanung für das Steinbruchgelände in der Plapphalde deutlich. Ohne das gemeinsame Engagement von Bürgerschaft, Ortschaftsrat Haslach, Verwaltung, Gemeinderat und Gutachtern wäre dieser Erfolg nicht machbar gewesen. Braunkohleverbrennung, Nachtarbeit und ungeregelte Lärmemissionen konnten verhindert werden.

Für das kommende Jahr müssen wir diesen Weg konsequent fortsetzen und insbesondere die städtebaulichen Projekte zur Umsetzung zu bringen. Wir dürfen wegen der Verkehrsfrage nicht alle innerstädtischen Projekte in Frage stellen. Offene Fragen müssen rasch geklärt werden. Gerade das Bauhof-Areal gilt es vorrangig auf der Basis des städtebaulichen Wettbewerbs zu entwickeln.

Wir brauchen für eine erfolgreiche Zukunft unserer Stadt beide Elemente: die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in der „Mitmachstadt“ und die Umsetzung zentraler städtebaulicher Projekte vor allem auf den freien Flächen in der Kernstadt. Damit können wir das Profil unserer Stadt schärfen und uns fit für die Zukunft machen.

Damit dieser Weg erfolgreich bestritten werden kann, ist auch eine effiziente Verwaltung notwendig. Egal ob Stadtentwicklung oder Kinderbetreuung, ohne Verwaltung und Personal können wir nichts erreichen. Dabei müssen wir die Kosten im Blick behalten. Nur finanzierbare Projekte machen Herrenberg zukunftsfähig. Der Abbau bestehender Altschulden ist deshalb auch ein Beitrag für Herrenberg 2020.

Thomas Deines

 


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