Am 22.7.2012 wurde die erste Skulptur an dem Skulpturenpfad eingeweiht.

 

 

Rede zu Eröffnung des Herrenberger Jerg-Ratgeb-Skulpturenpfades am 22.07.2012

 

Sehr geehrter Hr. Sprißler, sehr geehrter Hr. Dr. Schmidt, liebe Doris Ehrath, liebe Freunde, Interessierte und Unterstützer des Herrenberger Jerg-Ratgeb-Skulpturenpfades.

 

Wer kennt Facebook oder ist gar dabei? Wer kennt die berühmten zwei Worte, die Facebook bekannt gemacht hat? Jawoll, „Gefällt mir!“ heisst es dort.

Diese zwei Worte möchte ich zum roten Faden meiner kleinen Betrachtung zum Herrenberger Jerg-Ratgeb-Skulpturenpfad nehmen.

Vor etwa vier Jahren hörte ich zum ersten Mal vom Skulpturenpfad. Ich war damals neu in der Politik und auf einer Klausurtagung der Freien Wähler stellte Prof. Dr. Helge Bathelt die Idee vor. Ob es nun am Skulpturenpfad selbst oder an Helge Bathelts mitreissender Art lag – ich war fasziniert und begeistert und musste mir eingestehen: Das „Gefällt mir!“.

Warum eigentlich ein „Jerg-Ratgeb“-Skulpturenpfad? Wer war eigentlich dieser Jerg-Ratgeb? Hier habe ich in Herrenberg ein erstaunliches Nicht-Wissen (auch bei mir selbst) festgestellt. Jerg Ratgeb war ein Kunstmaler, der vor ziemlich genau 500 Jahren gelebt hat und hier in Herrenberg den berühmten „Herrenberger Altar“ geschaffen hat, ein Monumentalbild, welches heute in der Staatsgalerie Stuttgart ausgestellt ist. Jerg Ratgeb hat aber auch in der Zeit der Bauernkriege gelebt, als sich die Bauern und das einfache Volk gegen Ungerechtigkeit und Willkür der Könige auflehnten. Jerg Ratgeb ist mehr zufällig als absichtlich einer der Bauernkriegsführer geworden und er hat dafür einen hohen Preis gezahlt: Er ist nämlich gefangen, gefoltert und schlussendlich gevierteilt worden. Das „Gefällt mir nicht!“.

Das alles ist zwar 500 Jahre her, aber es finden sich durchaus Parallelen zur heutigen Zeit: Man denke an die Freiheitskämpfe in Nordafrika, das Ende des Kommunismus in Osteuropa oder auch unsere eigene Wiedervereiningung. Ich persönlich bin als Büchernarr und Liebhaber historischer Romane sehr sehr froh, heute und hier (in Herrenberg!) leben zu dürfen. Das wiederum „Gefällt mir!“.

Der Jerg-Ratgeb-Skulpturenpfad ist organisiert als Bürgerprojekt. Helge Bathelt als Leiter der VHS und Kunstexperte ist der Projektpate. Er hat im Herbst letzten Jahres aufgerufen zu einem ersten Treffen; daraus ist eine Projektgruppe von ca 30 Bürgern geworden, die den Pfad erstellen wollen. Unsere erste richtige Aktion war die Begehung des Pfades und daraus ergebend eine Planung von 16 Stationen. Helge Bathelt hat eine Ausschreibung organisiert, deren Ergebnis 16 Skulpturen erbracht hat. Wir haben das dann mit Fotomontage in den „Flyer“ gegossen und „visualisiert“ – die Flyer sind hier dank eines anonymen Spenders kostenfrei erhältlich. Auch das „Gefällt mir!“.

Was mich besonders freut: Das Bürgerprojekt geht quer durch alle politischen Richtungen; wir haben Leute von den Freien Wählern, CDU, Frauenliste, Grüne und SPD dabei; ein wahres Bürgerprojekt der Mitmachstadt Herrenberg. Auch das „Gefällt mir!“.


Danksagungen:

Ein Großes Dankeschön:

  • dem Verein der Freunde des Lions Club für die großzügige Spende zum Ankauf der Skulptur. 6.000,- Euro sind eine Menge Geld – ganz klar „Gefällt mir!“
  • an Doris Ehrath, die die Skulptur aus dem Nachlass Ihres Mannes Hellmuth Ehrath freigegeben hat, auch ihr ein „Gefällt mir!“
  • unserem Musiker Helmut Stoll, der so kurzfristig bereit war, die musikalische Umrahmung zu machen – auch ihm ein klares „Gefällt mir!“.
  • an Roland Maier aus Gültstein, der unentgeltlich und trotz „Viel Arbeit im Geschäft“ in der letzten Woche die Fundamente hier gegossen hat und mit seinem Kran-LKW den Transport bewerkstelligt hat
  • der Stadt Herrenberg für die Unterstützung, insbesodere Hr. Stingel vom Bauamt, der uns die notwendigen Aufstell-Genehmigungen macht. Im voraus auch gleich ein (hoffentlich mögliches) Dankeschön an’s Denkmalamt
  • an den Gemeinderat für den Beschluss und die breite Zustimmung
  • an alle Spender, gestern, heute und morgen
  • an die Bürgerstiftung für die Bereitschaft, die Spendenabwicklung zu übernehmen
  • an alle „Mitstreiter“ von der Projektgruppe, insbesondere an meine Stellvertreterin Stephanie Brachtl sowie Bernd Winkler, der die Foto-Montagen erstellt hat.
  • Und ganz besonders natürlich an unseren Projektpaten und künstlerischen Sachverständigen Prof. Dr. Helge Bathelt.
  • an alle Unterstützer und Leute, die das Projekt gutfinden, für die motivierenden Rückmeldungen
  • an alle, die heute gekommen sind und wie ich sagen „Gefällt mir!“

Ich bitte um Verständnis, aß wir an dieser Stelle keine Präsente verteilen, denn wir wollen, daß Geld rein- und nicht rausgeht und für den Pfad verwendet werden kann.

Ausblick: 16 Stationen sind geplant, 15 folgen noch, vielleicht/hoffentlich schaffen wir das bis Ende 2014. Wir starten heute mit Station 3, der „kalligraphischen Figur“ von Hellmut Ehrath. Ich muss – ganz kokett – zugeben, daß ich von Kunst keine besonders große Ahnung habe. Für mich gibt’s zwei Kriterien: Man muss sehen, daß „Kunst von Können kommt“ und es muss mir gefallen. In diesem Sienne bekommt diese Skulptur ein klares „Gefällt mir!“ – ausführliches folgt gleich von Helge Bathelt.

Als nächstes soll die Aufstellungen einiger bereits im Besitz der Stadt befindlichen Objekte erfolgen und dann haben wir am Schlossberg Thomas Putze geplant, der dort voraussichtlich an zwei Wochenenden im September Kunst schaffen wird und man kann ihm bei der Arbeit zuschauen (zur Erinnerung: Von ihm stammten die Holzfiguren vom Alten Rain). Ein klarer Fall für „Das Gefällt mir!“.

Zum Schluss möchte ich auffordern: Zum Sektempfang mit Spendenkässle, zum Spenden, zum Dabeibleiben, zum wohlwollend unterstützen. So, daß Sie alle auf dem Heimweg nachher sagen: Hey, das „Gefällt mir!“.

Walter Grandjot, Projektsprecher Jerg Ratgeb Skulpturenpfad, 22.07.2012

 

 

 


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